Residenzschloss Weimar
Sanierung Dach und Fassaden
| Architekt | Rittmannsperger und Partner, Erfurt |
| Bauherr | Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, Rudolstadt |
| Objekt | Sanierung der Dächer, Tragwerke und Fassaden des Residenzschlosses in Weimar |
| Baukosten | 10,7 Mio. Euro |
| Bauzeit | 1995-2004 |
| Bearbeiter | Johannes Schlier, Andreas Bilz, Marcus Müller, Jürgen Jansen, Marc Hupfer |
Im 1. Bauabschnitt wurden die Dächer und Fassaden des Residenzschlosses in Weimar saniert. Umfangreiche statische Maßnahmen und Neuordnungen in der Dachkonstruktion waren neben den Sanierungsmaßnahmen infolge fehlender Bauunterhaltung notwendig. Schwachstellen und Versagenspunkte aufgrund überlasteter oder beschädigter Konstruktionen, die sich teilweise durch erhebliche Verformungen darstellten, wurden mit einem konstruktiven Bauaufmaß ermittelt, kartiert und saniert. Teilweise waren neue Konstruktionen zur Erzielung einer ausreichenden Standsicherheit notwendig. Die Süd- und Ostseite der 90cm dicken Außenfassaden wiesen viele, hauptsächlich vertikale Risse auf. Zur Erzielung einer dauerhaften Rissefreiheit waren Verna-delungen mit Horizontalankern der Fassaden nach einer Kosten-Nutzen-Analyse der sinnvollste Weg zur Sanierung. Der Westflügel des Schlosses war bauhistorisch das ehemalige Marschallgebäude und wurde für die Zarentochter, die zur Hochzeit mit dem Herzog von Weimar 1804 nach Weimar kam, mit einer Fachwerkkonstruktion aufgestockt. Diese wurde erst zu einem späteren Zeitpunkt mit Bruchsteinen ausgemauert und vorgeblendet. Die Innenseiten der Außenwände wurden mit hochwertigen Malereien und Bildern verziert, die an den Holzständern befestigt wurden. Auf Grund von Undichtigkeiten, vorspringenden horizontalen Gesimsen etc. war die Fachwerkkonstruktion trotz früherer Sanierungsversuche erheblich beschädigt (Schwammbefall). Es musste ein spezielles Verfahren zum Ersetzen der Holzkonstruktion entwickelt werden, um die an ihr befestigten Kunstwerke bei der Sanierung nicht zu beschädigen.